Erscheinung des Herrn 2026 - Abschluss des Hl. Jahres


Liebe Brüder und Schwestern!

Heute feiern wir das Fest der Erscheinung des Herrn - wie der Dreikönigstag eigentlich heißt. Wir denken an die Sterndeuter aus dem Osten, die sich auf den Weg gemacht haben. Ein Stern hat ihnen den Weg gezeigt - und am Ende haben sie zu Jesus hingefunden.

Liebe Sternsinger!

Heute seid besonders ihr angesprochen. Ihr seid in den letzten Tagen - wie die Sterndeuter - auf dem Weg gewesen: von Haus zu Haus, von Tür zu Tür. Ihr habt den Menschen den Segen Gottes gebracht und für Menschen in Not gesammelt.

Euer Stern kann uns daran erinnern: Gott lässt uns nicht im Dunkeln. Gott schenkt uns sein Licht. Und damit sind wir schon bei einer ganz wichtigen Frage: Wer ist dieser Jesus, den die Sterndeuter gefunden haben, und von dem ihr den Menschen in diesen Tagen erzählt und gesungen habt? Er ist nicht nur ein besonderes Kind oder ein guter Mensch. Im Großen Glaubensbekenntnis sagen wir von ihm: Er ist "Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott".

Dieser Satz klingt ganz feierlich, aber eigentlich ist er ganz einfach zu verstehen: Jesus ist nicht nur von Gott geschickt, sondern er ist Gott. Jesus macht unser Leben hell mit dem Licht Gottes. Wenn wir Gott Vater mit der Sonne vergleichen, dann ist Jesus kein kleines Nachtlicht, sondern dasselbe Licht dieser Sonne: Er ist "Licht vom Licht".

Heute geht offiziell das Heilige Jahr zu Ende. Viele Menschen haben sich in diesem Jahr wie die Sterndeuter auf den Weg gemacht als "Pilger der Hoffnung" - wie das Motto gelautet hat: nach Rom, zu anderen Wallfahrtsorten, etwa zu den "Hoffnungskirchen" in unserer Diözese, oder anderswohin, wo sie Gott ganz besonders spüren und erfahren wollten.

Und dieses Heilige Jahr hat noch einen weiteren besonderen Akzent gehabt: Im Jahr 325, vor 1700 Jahren hat in Nizäa das erste Konzil der Kirchengeschichte stattgefunden. Dort haben sich die Bischöfe der jungen Kirche getroffen, um genau über diese Frage nachzudenken, die ich heute schon gestellt habe: Wer ist dieser Jesus. Und als Antwort auf diese Frage ist das Große Glaubensbekenntnis formuliert worden, das wir deshalb in diesem Jahr sonntags immer wieder gesprochen haben: Jesus ist "Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott".

Auf das Konzil von Nizäa geht auch die sogenannte Festankündigung zurück, die ich heute nach dem Evangelium gesungen habe. Damals hat die Kirche nämlich festgelegt, wie das Datum des Osterfestes zu berechnen ist, damit alle dieses wichtigste Fest unseres Glaubens zum selben Termin feiern. Und dieser errechnete Ostertermin ist dann jährlich am Fest der Erscheinung des Herrn veröffentlicht worden. In gewisser Weise war die Festankündigung, die ich vorher gesungen habe, also die 1700. Festankündigung seit ihrer "Erfindung". Diese Tradition erinnert uns daran: Das Jahr ist nicht einach eine Reihe von Tagen, so wie Jesus nicht einfach ein gewöhnliches Kind ist. Wenn Jesus "Gott von Gott" ist, wenn Gott selbst ein Mensch geworden ist, dann geht er selbst mit uns durch unser Menschenleben, begleitet er uns durch das Jahr 2026 und begleitet er uns von der Geburt bis zum Tod und darüber hinaus, eben bis zu unserem eigenen "Osterfest", unserer eigenen Auferstehung hinein in sein ewiges Leben.

Liebe Kinder!

Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Was heißt das für mich, dass Jesus "Licht vom Licht" ist? Was macht das für einen Unterschied, wenn er es nicht wäre?

Nun, schaut einmal auf den Stern oder die Sterne der Sternsinger. Der Stern, dem die Sterndeuter damals gefolgt sind, hat nicht für sich selbst geleuchtet, sondern für sie: Er hat sie den richtigen Weg geführt. So ist es auch mit uns Christen. Wenn Jesus Licht vom Licht ist, das heißt, wenn er selbst das Licht Gottes ist, das in die Welt gekommen ist, dann dürfen und sollen auch wir sein Licht weitertragen. Die Sternsinger machen das ganz konkret: Sie bringen Hoffung und Segen in viele Häuser und sie helfen Menschen, die sonst im Dunkeln stehen müssten.

Jedes gute Wort, jede freundliche Geste, jedes Teilen, usw. - all das ist ein Stück Weihnachten, ja ein Stück "Erscheinung des Herrn", ein Stück Licht vom Licht Jesu, mit dem wir unsere Welt heller machen können.

Zu den liturgischen Texten

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