6. Ostersonntag - Lj. A (Muttertag)
Liebe Brüder und Schwestern! Der heutige Sonntag stellt uns eine einfache und zugleich unbequeme Frage: Woran sieht man eigentlich einem Christen seine Hoffnung an? Im ersten Petrusbrief haben wir gehört: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15) Dieser Satz wird oft zitiert. Aber meistens überhören wir die Voraussetzung, die darin steckt. Denn warum sollte überhaupt jemand fragen? Warum sollte jemand auf die Idee kommen, mich nach meiner Hoffnung zu fragen? Offenbar deshalb, weil man sie mir ansieht. Weil da etwas spürbar ist. Weil ein Mensch anders lebt, anders spricht, anders mit Schwierigkeiten umgeht. Vielleicht kennen Sie das berühmte Wort von Friedrich Nietzsche: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen, damit ich an den Erlöser glauben könnte“. So spöttisch dieser Satz gemeint war – ganz unrecht hat er vielleicht nicht. Denn manch...