Posts

1. Mai 2026 - Josef der Arbeiter, Übergabe der Firmkarten

Bild
  Liebe Firmlinge, liebe Brüder und Schwestern! „Komm, wir bringen die Welt zum Leuchten“ – so war eure Firmvorbereitung in diesem Jahr überschrieben. Eine starke Idee. Aber ich möchte gleich auf den Punkt kommen und ganz ehrlich fragen: Wie bringt man die Welt zum Leuchten? Viele denken vielleicht: durch große Taten, durch besondere Auftritte, durch Worte, die alle hören. Aber der heutige Gedenktag führt uns einen anderen Weg vor Augen - den Weg des hl. Josef. Josef von Nazaret steht nicht im Rampenlicht. Kein einziges Wort von ihm ist in der Bibel überliefert. Und doch: Sein Leben leuchtet. Warum? Weil er treu gewesen ist in dem, was ihm anvertraut war. Weil er seine Arbeit getan hat - sorgfältig, verlässlich, im Vertrauen auf Gott. Die Lesung aus dem Kolosserbrief bringt es auf den Punkt: „Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn“ - Das ist der Schlüssel: Die Welt beginnt dort zu leuchten, wo Menschen das, was sie tun, mit Herz tun. Nicht halb-herzig, nich...

Fr d. 4. Osterwoche - Berufungswallfahrt Sonntagberg

Bild
Liebe Wallfahrer, liebe Brüder und Schwestern! Ich lese Ihnen jetzt ein paar Zitate vor und Sie überlegen sich bitte, ob Ihnen diese Zitate bekannt vorkommen bzw. ob Sie sie heute in der Messe schon gehört haben: "Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen." (Apg 2,32) "Du gibst deinen Frommen nicht der Verwesung preis." (Apg 2,27) "Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht." (Apg 2,36) Und für alle, die sich jetzt denken: Klar, das haben wir vorhin in der Lesung in der Predigt des hl. Paulus gehört - Ich muss Sie enttäuschen: Diese Sätze stammen aus einer anderen Predigt, einige Kapitel früher in der Apostelgeschichte. Sie sind nicht aus der Predigt des Paulus, sondern aus der Pfingstpredigt des Petrus. Trotzdem haben Sie nicht unrecht, denn ich habe bewusst Sätze ausgesucht, die ganz ähnlich sowohl von Petrus als auch später von Paulus gesagt werden. Es sind gleiche Gedanken, ähnliche...

4. Ostersonntag - Lj. A

Bild
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! In den vergangenen Tagen und Wochen konnte man in den Medien eine ungewöhnliche Auseinandersetzung verfolgen: zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Papst Leo XIV. Da fielen starke Worte. Trump, wie man ihn kennt, politisch zugespitzt. Und Papst Leo hat darauf nur sinngemäß geantwortet: „Ich bin kein Politiker, sondern ich verkünde das Evangelium.“ Ein Satz, der zunächst vielleicht ausweichend klingt. Man könnte denken: Warum sagt er nichts Konkretes, Inhaltliches auf die Anschuldigungen Trumps? Warum wehrt er sich nicht? Warum holt er nicht zum Gegenschlag aus? Und doch steckt darin eine tiefe Wahrheit. Wenn wir heute in die zweite Lesung schauen – aus dem ersten Petrusbrief –, dann scheint sie auf den ersten Blick gar nichts mit solchen Fragen zu tun zu haben. Im Kontext, der in der Lesung im Gottesdienst ausgelassen wird, geht es um ein Thema, das uns heute fremd ist: Die heutige Lesung ist eine Mahnrede an Sklaven, unfreie Menschen, die C...

3. Ostersonntag - Lj. A (mit Vorstellung der Symbolik des geplanten neuen Ambo in Weistrach)

Bild
Liebe Brüder und Schwestern! Heute steht uns in unserer Pfarrkirche dieser Stein vor Augen. Es ist kein glatter, kein einheitlicher Stein, sondern ein Konglomerat: viele Stücke, viele Einschlüsse, unterschiedliche Formen, Farben, Brüche. Nichts daran ist vollkommen gleichmäßig. Da sind Kanten, Ausbuchtungen, Löcher, Spannungen im Material. - Und genau dieser Stein ist vorgesehen für den neuen Ambo, für den Ort der Verkündigung der Frohen Botschaft in unserer Pfarrkirche. Viele haben sich diesen Stein in den letzten Tagen angesehen. Manche haben gesagt: Das passt doch nicht zum Altar oder zur Kirche . Andere sind einfach überrascht gewesen. Und vielleicht ist es Ihnen ähnlich gegangen. Man bleibt an diesem Stein hängen. Er ist nicht selbstverständlich. - Und ich meine: Genau darin kann auch seine Stärke liegen. Schauen wir auf das heutige Evangelium: Die Jünger sind am See. Sie tun das, was sie kennen: sie gehen fischen. Dann steht da einer am Ufer, den sie nicht erkennen: Jesus, der Au...

Osternacht - Lesejahr A

Bild
Liebe Brüder und Schwestern! In der Osternacht beginnt alles im Dunkel. Die Kirche ist finster. Vielleicht spüren wir etwas von der Finsternis, von der Ungewissheit, von der Leere, die auch die Jünger nach dem Tod Jesu erlebt haben: Jetzt ist alles aus! Doch dann wird die Osterkerze am Feuer entzündet und in die Kirche gebracht. Dieses Licht ist Christus, der Auferstandene! Und mitten hinein in diese sinnenfällige Darstellung des Ostergeschehens hören wir das Osterevangelium. Wir hören vom Auftrag des Auferstandenen an die Frauen: Geht zu meinen Brüdern und sagt ihnen, dass sie mich in Galiläa treffen sollen. Liebe Brüder und Schwestern! Galiläa ist kein zufälliger Ort. Dort hat alles begonnen. Dort hat Jesus die Jünger zum ersten Mal gerufen. Dort haben sie seine Worte gehört, seine Nähe gespürt, ihr Leben neu ausgerichtet. Galiläa ist der Ort der ersten Begegnung, der Ort, an dem ihr Glaube seinen Anfang genommen hat. Und jetzt, nach dem Karfreitag, nach Angst und Versagen, nach Dunk...

Karfreitag - Feier vom Leiden und Sterben Christi

Bild
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! In der Leidensgeschichte hören wir ein ganz unscheinbares Wort Jesu, im griechischen Original ist es wirklich nur ein einziges Wort: διψῶ - "Ich habe Durst". Ein zutiefst menschliches Wort. Jesus leidet, sein Körper ist am Ende. Der Durst ist echt, er brennt in ihm und quält. - Und doch denkt der Evangelist Johannes, wenn er uns davon berichtet, sicher noch an mehr als an körperlichen Durst. Es ist ein Durst nach Leben, nach Liebe, nach dem Menschen - ja Jesus dürstet nach uns. Vor einigen Wochen haben wir gehört, wie Jesus zur Frau am Jakobsbrunnen sagt: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben (vgl. Joh 4). Und später, bei der Brotvermehrung, wiederholt Jesus diese Zusage: Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten (vgl. Joh 6). Und nun hängt er selbst am Kreuz und sagt: "Mich dürstet". - Wie passt das zusammen? Vielleicht ist die Antwort ganz einfach die: Weil er ...

5. Fastensonntag - Lj. A (Pfarrverbandsreise nach Temeswar, hl. Messe mit der deutschen Gemeinde Josefstadt)

Bild
  Liebe Brüder und Schwestern! In den vergangenen Tagen haben wir, eine Gruppe aus dem Pfarrverband St. Petrus im Mostviertel in der Diözese St. Pölten in Niederösterreich, uns zu Ihnen nach Temeswar und Umgebung auf den Weg gemacht. Am Mittwoch sind wir in Karlsburg und Hermannstadt gewesen; am Donnerstag, zum Fest des hl. Josef, haben wir eine Wallfahrt nach Maria Radna gemacht; am Freitag haben wir einige deutsche Dörfer besucht; gestern haben wir Temeswar besichtigt; morgen werden wir nach Großwardein fahren und dann, mit einem Zwischenstoppp in Esztergom, am Dienstag Abend wieder nach Hause kommen. Unsere Reise steht unter dem Motto: "Auf den Spuren der deutschen Minderheiten in Siebenbürgen und der Kulturhauptstadt Temeswar. Glaube erleben, Geschichte entdecken, Menschen begegnen" - ein Motto, das auch gut zu den heutigen Schriftlesungen passt. In der ersten Lesung ist vom Volk Israel die Rede, das wie tot ist, sodass Gott es aus seinen Gräbern herausholt. Gedacht ist a...