Posts

Osternacht - Lesejahr A

Bild
Liebe Brüder und Schwestern! In der Osternacht beginnt alles im Dunkel. Die Kirche ist finster. Vielleicht spüren wir etwas von der Finsternis, von der Ungewissheit, von der Leere, die auch die Jünger nach dem Tod Jesu erlebt haben: Jetzt ist alles aus! Doch dann wird die Osterkerze am Feuer entzündet und in die Kirche gebracht. Dieses Licht ist Christus, der Auferstandene! Und mitten hinein in diese sinnenfällige Darstellung des Ostergeschehens hören wir das Osterevangelium. Wir hören vom Auftrag des Auferstandenen an die Frauen: Geht zu meinen Brüdern und sagt ihnen, dass sie mich in Galiläa treffen sollen. Liebe Brüder und Schwestern! Galiläa ist kein zufälliger Ort. Dort hat alles begonnen. Dort hat Jesus die Jünger zum ersten Mal gerufen. Dort haben sie seine Worte gehört, seine Nähe gespürt, ihr Leben neu ausgerichtet. Galiläa ist der Ort der ersten Begegnung, der Ort, an dem ihr Glaube seinen Anfang genommen hat. Und jetzt, nach dem Karfreitag, nach Angst und Versagen, nach Dunk...

Karfreitag - Feier vom Leiden und Sterben Christi

Bild
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! In der Leidensgeschichte hören wir ein ganz unscheinbares Wort Jesu, im griechischen Original ist es wirklich nur ein einziges Wort: διψῶ - "Ich habe Durst". Ein zutiefst menschliches Wort. Jesus leidet, sein Körper ist am Ende. Der Durst ist echt, er brennt in ihm und quält. - Und doch denkt der Evangelist Johannes, wenn er uns davon berichtet, sicher noch an mehr als an körperlichen Durst. Es ist ein Durst nach Leben, nach Liebe, nach dem Menschen - ja Jesus dürstet nach uns. Vor einigen Wochen haben wir gehört, wie Jesus zur Frau am Jakobsbrunnen sagt: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben (vgl. Joh 4). Und später, bei der Brotvermehrung, wiederholt Jesus diese Zusage: Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten (vgl. Joh 6). Und nun hängt er selbst am Kreuz und sagt: "Mich dürstet". - Wie passt das zusammen? Vielleicht ist die Antwort ganz einfach die: Weil er ...

5. Fastensonntag - Lj. A (Pfarrverbandsreise nach Temeswar, hl. Messe mit der deutschen Gemeinde Josefstadt)

Bild
  Liebe Brüder und Schwestern! In den vergangenen Tagen haben wir, eine Gruppe aus dem Pfarrverband St. Petrus im Mostviertel in der Diözese St. Pölten in Niederösterreich, uns zu Ihnen nach Temeswar und Umgebung auf den Weg gemacht. Am Mittwoch sind wir in Karlsburg und Hermannstadt gewesen; am Donnerstag, zum Fest des hl. Josef, haben wir eine Wallfahrt nach Maria Radna gemacht; am Freitag haben wir einige deutsche Dörfer besucht; gestern haben wir Temeswar besichtigt; morgen werden wir nach Großwardein fahren und dann, mit einem Zwischenstoppp in Esztergom, am Dienstag Abend wieder nach Hause kommen. Unsere Reise steht unter dem Motto: "Auf den Spuren der deutschen Minderheiten in Siebenbürgen und der Kulturhauptstadt Temeswar. Glaube erleben, Geschichte entdecken, Menschen begegnen" - ein Motto, das auch gut zu den heutigen Schriftlesungen passt. In der ersten Lesung ist vom Volk Israel die Rede, das wie tot ist, sodass Gott es aus seinen Gräbern herausholt. Gedacht ist a...

4. Fastensonntag - Lj. A

Bild
  Liebe Brüder und Schwestern! Das Evangelium des heutigen Sonntags erzählt von einem Menschen, der von Geburt an blind war. Für ihn war die Welt immer dunkel. Er kannte kein Licht, keine Farben, keine Gesichter. Dann begegnet er Jesus. Jesus heilt ihn – und plötzlich beginnt seine Welt zu leuchten. Er kann sehen. Die Dunkelheit ist vorbei, und eine neue Welt tut sich vor ihm auf. Interessant ist aber, wie diese Geschichte weitergeht. Der Mann weiß zunächst gar nicht so genau, wer Jesus eigentlich ist. Auf die Fragen der Leute antwortet er nur: „Ein Mensch, der Jesus heißt, hat mich geheilt.“ Erst Schritt für Schritt erkennt er, wer ihm da begegnet ist. Am Ende begreift er: In diesem Jesus wirkt Gott selbst. Diese Geschichte hat auch mit unserem Leben zu tun. Natürlich sind die meisten von uns nicht blind. Wir sehen mit unseren Augen. Aber trotzdem kann es Dunkelheit in unserem Leben geben: wenn wir nicht mehr weiterwissen; wenn Sorgen uns bedrücken; wenn wir den Sinn in manchen Di...

4. Fastensonntag - Lj. A (mit Vorstellung der Firmlinge)

Bild
  Liebe Brüder und Schwestern! Das Evangelium, das wir heute gehört haben, erzählt von einem Menschen, der von Geburt an blind war. Für ihn war die Welt immer dunkel. Er konnte kein Licht sehen, keine Farben, keine Gesichter. Und dann begegnet ihm Jesus. Jesus heilt ihn – und plötzlich beginnt seine Welt zu leuchten. Er kann sehen. Er sieht das Licht, die Menschen, die Welt um sich herum. Interessant ist dabei: Der Geheilte weiß zuerst gar nicht so genau, wer Jesus eigentlich ist. Auf die Frage der Leute sagt er nur: „Ein Mensch, der Jesus heißt, hat mich geheilt.“ Erst Schritt für Schritt begreift er, wer ihm da begegnet ist. Vielleicht ist das auch in unserem eigenen Leben manchmal so. Unsere Welt beginnt zu leuchten – und wir merken gar nicht sofort, dass Jesus dahintersteckt: Vielleicht durch einen Menschen, der uns Mut macht; vielleicht durch jemanden, der uns zuhört; vielleicht durch eine kleine Hilfe im richtigen Moment. Heute haben sich die Firmlinge unserer Pfarre vorgeste...

20. Februar 2026 - Vesper zum Pfarrverbandspatrozinium (Kathedra Petri)

Bild
Lesung aus der Offenbarung des Johannes (Offb 1,9-11a.12-13.17-19; vgl. Weißer Sonntag C ) Liebe Brüder und Schwestern! In der Lesung aus der Offenbarung sagt der auferstandene Herr zu Johannes: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“ Jesus Christus trägt die Schlüssel – er allein hat Macht über Leben und Tod, über Himmel und Ewigkeit. Und doch kennen wir in der Kirche noch einen, der mit Schlüsseln dargestellt wird: den heiligen Petrus. Die Statue, die wir heute segnen, zeigt ihn mit den Schlüsseln in der Hand. Diese Schlüssel hat er nicht aus eigener Kraft bekommen. Jesus selbst hat sie ihm anvertraut: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.“ Petrus hat also Anteil am Schlüsselamt Jesu. Er soll Menschen den Zugang zu Gott öffnen. Vielleicht kennen Sie den Ausdruck „Schlüsselkinder“ – Kinder, denen die Eltern den Haustürschlüssel anvertrauen, weil sie ih...

21. Februar 2026 - Pfarrverbandspatrozinium (Kathedra Petri)

Bild
  Liebe Brüder und Schwestern! In den Schriftlesungen dieser Festmesse ist immer wieder ein starkes Bild aufgetaucht: das Bild vom Hirten.  In der ersten Lesung aus dem Buch Ezechiel sagt Gott selbst: "Ich will meine Schafe suchen udn mich um sie kümmern ... ich will sie auf gute Weide führen". Gott ist der eigentliche Hirte seines Volkes. Er sorgt sich um die Verirrten, verbindet die Verletzten, stärkt die Schwachen. Leitung - auch in der Kirche - beginnt also nicht bei menschlicher Macht, sondern bei Gottes Sorge um die Menschen. Der Antwortpsalm greift dieses Vertrauen auf, wenn er mit den wahrscheinlich bekanntesten Psalmversen bekennt: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen". Im Evangelium hören wir die Worte Jesu an Petrus: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen". Petrus bekommt Verantwortung - aber nicht, weil er perfekt wäre, sondern weil er glaubt. Und in der Lesung aus dem ersten Petrusbrief wird deutlich, w...