21. Februar 2026 - Pfarrverbandspatrozinium (Kathedra Petri)

 


Liebe Brüder und Schwestern!

In den Schriftlesungen dieser Festmesse ist immer wieder ein starkes Bild aufgetaucht: das Bild vom Hirten. 

In der ersten Lesung aus dem Buch Ezechiel sagt Gott selbst: "Ich will meine Schafe suchen udn mich um sie kümmern ... ich will sie auf gute Weide führen". Gott ist der eigentliche Hirte seines Volkes. Er sorgt sich um die Verirrten, verbindet die Verletzten, stärkt die Schwachen. Leitung - auch in der Kirche - beginnt also nicht bei menschlicher Macht, sondern bei Gottes Sorge um die Menschen.

Der Antwortpsalm greift dieses Vertrauen auf, wenn er mit den wahrscheinlich bekanntesten Psalmversen bekennt: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen".

Im Evangelium hören wir die Worte Jesu an Petrus: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen". Petrus bekommt Verantwortung - aber nicht, weil er perfekt wäre, sondern weil er glaubt. Und in der Lesung aus dem ersten Petrusbrief wird deutlich, wie diese Verantwortung gelebt werden soll: "Weidet die euch anvertraute Herde Gottes ... seid Vorbilder für die Herde". Leitung ist Dienst, Hirtendienst.

Genau diese Gedanken spiegeln sich auch in unserem neuen Pfarrverbandslogo wider, das ich heute kurz vorstellen möchte. Eine ausführlichere Erklärung finden Sie dann in der nächsten Ausgabe unserer Pfarrblätter.

Ausgangspunkt ist die stilisierte Form einer päpstlichen Mitra als heraldische Weiterentwicklung der alten Tiara.


Sie erinnert an Petrus als den ersten Bischof von Rom und an seinen Dienst der Einheit in der Kirche. Die drei inneren Balken stehen für die drei Ämter Christi - priesterlich, prophetisch, königlich - an denen jeder Getaufte Anteil hat. Sichtbar werden sie im Leben der Kirche vor allem, wenn wir Gottesdienst feiern, das Evangelium verkünden und die Nächstenliebe leben. Daraus entsteht dann als vierte Dimension, angedeutet im horizontalen grünen Balken, die kirchliche Gemeinschaft.

Diese vier Elemente - Gottesdienst, Verkündigung, Nächstenliebe, Gemeinschaft - lassen sich mit etwas Phantasie auch den Patrozinien unserer Pfarren zuordnen:

  • Kürnberg: Der hl. Jakobus ist Patron der Pilger. Pilgern heißt: unterwegs sein mit Gott, beten, feiern. Darum kann er für den Gottesdienst stehen.
  • St. Peter/Au: Die hll. Petrus und Paulus stehen stellvertretend für die Apostel als die großen Verkünder des Evangeliums. Sie stehen für die Weitergabe des Glaubens, für das prophetische Amt in der Kirche.
  • Weistrach: Der hl. Stephanus steht als einer der ersten Diakone für die tätige Nächstenliebe.
  • Ertl: Die hl. Familie ist Urbild menschlicher Gemeinschaft. Sie macht sichtbar, dass Kirche auch Beziehung untereinander ist.

So zeigt das Logo: Verschiedene Pfarren, verschiedene Aspekte oder Schwerpunkte des christlichen Lebens - und doch ein gemeinsamer Auftrag.

Der äußere Rahmen in Orange erinnert schließlich in seiner rechteckigen Form an einen Vierkanthof und kann von daher für das "im Mostviertel" in der Bezeichnung unseres Pfarrverbandes stehen. Zugleich ist er durch ein Kreuz geöffnet. Das bedeutet: Wir sind nicht in uns geschlossen, sondern offen auf Christus hin und in ihm eingebunden in die größere Gemeinschaft der Kirche.

Und damit sind wir wieder bei den heutigen Lesungen: Christus ist der gute Hirte. Petrus bekommt den Auftrag, diesen Hirtendienst weiterzuführen. Und wir alle sind berufen, daran Anteil zu haben - indem wir glauben, feiern, verkünden, dienen, Gemeinschaft leben.

Unser Logo will deshalb nicht nur erklären, wie unser Pfarrverband organisiert oder strukturiert ist. Es will uns daran erinnern, wer wir sein sollen: eine Gemeinschaft, die sich vom guten Hirten führen lässt und selbst füreinander Sorge trägt.

So soll unser Logo tatsächlich unser Leben darstellen. Möge es dazu beitragen, dass wir dem immer mehr gerecht werden - als Pfarrverband, als einzelne Pfarren, und jeder einzelne von uns!

Zu den liturgischen Texten (als erste Lesung: Ez 34,11-16)

Für die Feier als Votivmesse an einem Werktag der Fastenzeit wurde am 28.11.2025 die Erlaubnis des Diözesanbischofs erteilt (Bischöfliches Ordinariat St. Pölten, Zl. 1016/2025).


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Heilige Geistkraft statt Heiligem Geist? - Kritische Anmerkungen

33. Sonntag i. Jkr. - Lj. C

28.04.2025 - Requiem f + Papst Franziskus