5. Fastensonntag - Lj. A (Pfarrverbandsreise nach Temeswar, hl. Messe mit der deutschen Gemeinde Josefstadt)
Liebe Brüder und Schwestern!
In den vergangenen Tagen haben wir, eine Gruppe aus dem Pfarrverband St. Petrus im Mostviertel in der Diözese St. Pölten in Niederösterreich, uns zu Ihnen nach Temeswar und Umgebung auf den Weg gemacht. Am Mittwoch sind wir in Karlsburg und Hermannstadt gewesen; am Donnerstag, zum Fest des hl. Josef, haben wir eine Wallfahrt nach Maria Radna gemacht; am Freitag haben wir einige deutsche Dörfer besucht; gestern haben wir Temeswar besichtigt; morgen werden wir nach Großwardein fahren und dann, mit einem Zwischenstoppp in Esztergom, am Dienstag Abend wieder nach Hause kommen.
Unsere Reise steht unter dem Motto: "Auf den Spuren der deutschen Minderheiten in Siebenbürgen und der Kulturhauptstadt Temeswar. Glaube erleben, Geschichte entdecken, Menschen begegnen" - ein Motto, das auch gut zu den heutigen Schriftlesungen passt.
In der ersten Lesung ist vom Volk Israel die Rede, das wie tot ist, sodass Gott es aus seinen Gräbern herausholt. Gedacht ist an die Verbannung des Volkes - und dass Gott sein Volk aus der Verbannung zurückholen und ihm wieder das verheißene Land geben wird. Das Volk Israel befindet sich in großer Not - und da erinnert Gott es sozusagen an die eigene Geschichte, nämlich daran, dass er schon einmal Großes am Volk gewirkt hat, dass er das Volk schon einmal aus der Knechtschaft aus Ägypten befreit und in das verheißene Land geführt hat. "Geschichte entdecken" kann auch zur Zusage werden: So wie Gott gehandelt hat, so handelt er wieder, so setzt er sich wieder für uns ein - sei es für das Volk Israel, sei es für eine kleiner werdende deutschsprachige Gemeinschaft in Rumänien, sei es für vier Pfarren im Mostviertel, die einen gemeinsamen Pfarrverband bilden sollen. Wie brauchen keine Angst vor der Zukunft zu haben, weil die Vergangenheit uns lehrt, dass Gott gut auf uns Acht gibt.
"Lazarus, unser Freund, schläft", so sagt Jesus im Evangelium. Neben allem Wunderbaren, das uns berichtet wird, erfahren wir auch dieses schöne Detail aus dem Leben Jesu: Jesus hatte Freunde. "Menschen begegnen", das haben wir uns auf unserer Reise zum Ziel gesetzt. Wir freuen uns auch schon auf die heutige Begegnung im Anschluss an die hl. Messe. Aus Begegnungen können Freundschaften werden. So ist uns heute die Zusage gegeben: Auch dieser Jesus, der uns immer wieder begegnen möchte - in seinem Wort, in den Sakramenten, im Gebet, ... - möchte unser Freund sein.
Er sagt von sich: "Ich bin die Auferstehung und das Leben." Und er stellt an Martha und an uns alle die Frage: "Glaubst du das?" - "Glaube erleben", das ist der dritte Teil des Mottos unserer Reise. Wenn man nur auf den eigenen Glauben schaut, dann kann einem das oft recht wenig vorkommen. Aber wenn man auch den Glauben anderer erlebt, wenn man bemerkt, und ich denke das durften und dürfen wir auf unserer Reise erfahren, dass der Glaube ein weltumspannendes Netz ist, dann kann auch der eigene Glaube dadurch gestärkt werden. Und dann kann Jesus auch an uns, wie an Lazarus, nachdem seine Schwester diesen Glauben bekannt hat, Großes wirken. Ja, dann gilt es, was der hl. Paulus in der zweiten Lesung an die Gemeinde in Rom schreibt, dann wird Gott "auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt".
Liebe Brüder und Schwestern!
Glaube erleben: Stärken wir uns gegenseitig im Glauben, über Grenzen hinweg!
Geschichte entdecken: Erforschen wir, was Großes Gott überall auf der Welt an Menschen gewirkt hat, und schöpfen wir daraus auch Zuversicht für uns!
Menschen begegnen: Suchen wir diese Begegnung - und denken wir daran, dass auch im Nächsten uns Jesus selbst begegnen kann.
Dann kehren wir von unserer Reise wirklich bereichert zurück. Dann können auch Sie, liebe Freunde aus Temeswar, hoffentlich von unserem Besuch profitieren. Dann bleiben wir in Christus verbunden und können in dieser Verbundenheit auch über weite Distanzen hinweg gemeinsam Ostern, das neue Leben, feiern!

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