4. Fastensonntag - Lj. A
Liebe Brüder und Schwestern!
Das Evangelium des heutigen Sonntags erzählt von einem Menschen, der von Geburt an blind war. Für ihn war die Welt immer dunkel. Er kannte kein Licht, keine Farben, keine Gesichter. Dann begegnet er Jesus. Jesus heilt ihn – und plötzlich beginnt seine Welt zu leuchten. Er kann sehen. Die Dunkelheit ist vorbei, und eine neue Welt tut sich vor ihm auf.
Interessant ist aber, wie diese Geschichte weitergeht. Der Mann weiß zunächst gar nicht so genau, wer Jesus eigentlich ist. Auf die Fragen der Leute antwortet er nur: „Ein Mensch, der Jesus heißt, hat mich geheilt.“ Erst Schritt für Schritt erkennt er, wer ihm da begegnet ist. Am Ende begreift er: In diesem Jesus wirkt Gott selbst.
Diese Geschichte hat auch mit unserem Leben zu tun. Natürlich sind die meisten von uns nicht blind. Wir sehen mit unseren Augen. Aber trotzdem kann es Dunkelheit in unserem Leben geben: wenn wir nicht mehr weiterwissen; wenn Sorgen uns bedrücken; wenn wir den Sinn in manchen Dingen nicht erkennen.
Und manchmal geschieht dann etwas, das Licht bringt: eine Begegnung, ein gutes Wort, eine Hilfe zur rechten Zeit. Plötzlich wird etwas klarer. Ein Weg öffnet sich. Eine Last wird leichter. Vielleicht haben wir solche Momente schon erlebt. Und vielleicht haben wir dabei gar nicht sofort daran gedacht, dass auch darin Gott wirken kann. So wie der geheilte Mann zunächst nur sagt: „Ein Mensch, der Jesus heißt…“
Der heutige Sonntag wird in der Kirche auch Laetare-Sonntag, der „Freut-euch-Sonntag“, genannt. Er erinnert uns daran: Gott will nicht, dass unser Leben in der Dunkelheit bleibt. Er möchte Licht in unser Leben bringen.
Und noch etwas gehört dazu. Jesus bringt nicht nur Licht in unser eigenes Leben. Er möchte auch, dass durch uns Licht in die Welt kommt. Dass wir für andere Menschen ein wenig Helligkeit bringen: durch ein gutes Wort, durch Aufmerksamkeit, durch Hilfe, durch Geduld. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die das Leben eines anderen Menschen heller machen können.
Bitten wir den Herrn heute darum, dass er unsere Augen öffnet – damit wir sein Wirken in unserem Leben erkennen. Und bitten wir ihn auch darum, dass wir selbst immer mehr zu Menschen werden, durch die sein Licht in dieser Welt sichtbar wird.
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