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Erscheinung des Herrn 2026 - Abschluss des Hl. Jahres

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Liebe Brüder und Schwestern! Heute feiern wir das Fest der Erscheinung des Herrn - wie der Dreikönigstag eigentlich heißt. Wir denken an die Sterndeuter aus dem Osten, die sich auf den Weg gemacht haben. Ein Stern hat ihnen den Weg gezeigt - und am Ende haben sie zu Jesus hingefunden. Liebe Sternsinger! Heute seid besonders ihr angesprochen. Ihr seid in den letzten Tagen - wie die Sterndeuter - auf dem Weg gewesen: von Haus zu Haus, von Tür zu Tür. Ihr habt den Menschen den Segen Gottes gebracht und für Menschen in Not gesammelt. Euer Stern kann uns daran erinnern: Gott lässt uns nicht im Dunkeln. Gott schenkt uns sein Licht. Und damit sind wir schon bei einer ganz wichtigen Frage: Wer ist dieser Jesus, den die Sterndeuter gefunden haben, und von dem ihr den Menschen in diesen Tagen erzählt und gesungen habt? Er ist nicht nur ein besonderes Kind oder ein guter Mensch. Im Großen Glaubensbekenntnis sagen wir von ihm: Er ist "Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott". Dieser...

26.12. - Hl. Stephanus, Patrozinium in Weistrach

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Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe Brüder und Schwestern in Christus! Wenn wir den Festtag unseres Kirchenpatrons in Weistrach feiern, dann bin ich beim Durchschauen der Schrifttexte des heutigen Tages in einem Jahr, in dem wir unsere Kirche innen so schön renovieren konnten, bei dem Ausruf hängengeblieben, den der hl. Stephanus kurz vor seinem Tod tätigt: "Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen." "Ich sehe den Himmel offen" - was der hl. Stephanus bei seiner Hinrichtung erlebt, das wollten und wollen Kirchengebäude schon immer architektonisch umsetzen: ein Stück geöffneter Himmel sein. Im Barock, der in unserer Gegend oft anzutreffen ist, hat man das versucht, mit den großen barocken Altargemälden zu verdeutlichen. Sie sollten gleichsam Fenster sein, durch die wir in den Himmel blicken dürfen. Und in der älteren Gotik war es die Architektur des Gebäudes selbst, die in gewisser Leichtigkeit nach ob...

33. Sonntag i. Jkr. - Lj. C

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Liebe Brüder und Schwestern! Kriege, Unruhen, Auftreten von Völkern gegeneinander, Erdbeben, Seuchen, Hungersnöte, andere schreckliche Dinge - das sind Schlagworte aus dem heutigen Evangelium, aber es könnten auch Schlagzeilen aus den aktuellen Weltnachrichten sein. Nur drei Beispiele aus den gestrigen (15.11.2025) Meldungen auf orf.at: "Tote bei russischen Angriffen in Dnipro und Cherson" - da hätten wir die Kriege; "Streit um Taiwan: China [rät] von Reisen nach Japan ab" - Volk gegen Volk; "WHO meldet Marburg-Virus-Ausbruch in Äthiopien" - damit wäre das Thema Seuchen angeschnitten. Wenn wir in den Nachrichten solche Dinge lesen, von denen Jesus im Kontext seiner endzeitlichen Rede spricht, können wir die Frage stellen: Ist also das Ende der Welt nahe? Leben wir nicht genau in jener Endzeit, die Jesus beschreibt? Nun, solche und ähnliche schreckliche Dinge hat es immer, zu allen Zeiten, gegeben - und die Welt ist nicht untergegangen. Es gibt verschiedene...

Allerheiligen - Mit Einführung des Liedes "Für alle Heilgen in der Herrlichkeit"

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Zum Fest Allerheiligen wollen wir in unseren Pfarren das Lied "Für alle Heilgen in der Herrlichkeit" einführen - Gotteslob Nr. 548. 1. Strophe Unser Lied beginnt damit, dass Jesus gelobt wird, nämlich dafür, dass die Heiligen ihn in ihrem Leben hier auf Erden bezeugt haben. Die Heiligen als Zeugen Jesu, als solche, die anderen Menschen gegenüber wiedergeben, was sie mit ihm erlebt haben - ein Lebensprogramm, mit dem die Heiligen auch uns Vorbilder sein können. Jesus bezeugen: mit Worten - und noch viel mehr: mit Taten - ganz im Sinne der Seligpreisungen, die wir heute als Evangelium gehört haben.  Wir feiern die Heiligen, weil sie Menschen sind, die uns Vorbilder sein können, wie wir unseren Glauben leben sollen. Und es sind die verschiedensten Lebensentwürfe, die uns die Kirche in den Heiligen vorstellt: Arme, Reiche, Männer, Frauen, Junge, Alte, Priester, Bischöfe, Familienväter- und mütter, Ordensleute, Berufstätige, ... Wir könnten die Liste noch lange fortsetzen. Die Bot...

30. Sonntag i. Jkr. - Lj. C - Wiedereröffnung der Pfarrkirche Weistrach nach der Innenrenovierung

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Liebe Brüder und Schwestern! Es ist sicher ein besonderer Moment, wenn wir heute erstmals seit fast einem halben Jahr wieder hier in unserer Pfarrkirche die Sonntagsmesse feiern können; hier in einem vertrauten, aber zugleich erneuerten Raum. Wochen und Monate ist hier gearbeitet worden: Staub, Gerüste, Handwerkslärm, ... - Und nun wird dieser Raum wieder seiner eigentlichen Bestimmung übergeben: Gottesdienst, Gebet, Gemeinschaft - Leben aus dem Glauben. Wenn man eine Kirche renoviert, merkt man: Es geht nicht nur um Putz, Farbe, Licht, ... - all das ist wichtig, und wir freuen uns, dass alles so schön geworden ist. Aber es geht noch mehr um das, was dieser Raum bedeutet. Eine Kirche ist kein bloßes Gebäude; sie ist ein Ort, an dem Menschen in Gemeinschaft oder auch ganz allein mit Gott sprechen; sie ist ein Ort, an dem Gott uns begegnen möchte; sie ist ein Ort, wo wir den Himmel offen erleben dürfen, wie es unser Kirchenpatron, der hl. Stephanus, bei seiner Hinrichtung gesagt hat. Kir...

Mariä Aufnahme in den Himmel - Am Tag

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Liebe Brüder und Schwestern! "Mit Leib und Seele ist er Jäger gewesen"; "Sie hat mit Leib und Seele für die ganze Familie gekocht"; "Sie sind mit Leib und Seele durch die Welt gereist" - Solche Sätze höre ich oft in Trauergesprächen, wenn mir vom Leben lieber Verstorbener berichtet wird.  "Mit Leib und Seele" - Durch diese Floskel drücken wir aus, dass jemand etwas ganz und gar, sozusagen mit jeder Faser seines Körpers, tut, dass jemand ganz in einer Sache aufgeht, dass etwas die ganze Existenz einer Person erfüllt. "Mit Leib und Seele" ist Maria in den Himmel aufgenommen, wie wir heute feiern. "Mit Leib und Seele" werden unsere lieben Verstorbenen, werden wir alle einmal auferstehen, wie es uns unser christlicher Glaube sagt. - "Mit Leib und Seele", also mit allem, was unser Leben ausmacht, mit allem, was zu unserer Persönlichkeit dazugehört. Nicht nur als rein geistlicher Vorgang, sondern leibhaftig, mit unserer ga...

14. Sonntag i. Jkr. - Lj. C

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Liebe Brüder und Schwestern! Eines Tages fällt dir auf Dass du 99 Prozent nich′ brauchst Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck So singt die deutsche Pop-Band Silbermond. - Und wer könnte das nicht bestätigen: Viel zu viele Dinge sind es, die in unseren Schränken daheim vor sich hin liegen und nie benutzt werden. Von den Dachböden und Kellern möchte ich jetzt gar nicht sprechen. Spätestens wenn ein Umzug in eine andere Wohnung ansteht, wird klar, was sich alles angesammelt hat, und nicht selten möchte man fast verzweifeln. Oder, anderes konkretes Beispiel: Wenn der Pfarrer beschließt, die Sakristei in Ertl zusammenzuräumen oder in Weistrach die Sakristei ausgeräumt werden muss, weil eine Kirchenrenovierung ansteht, dann wird schnell klar: Auch hier hat sich viel zu viel Krempel angesammelt. Es reist sich besser mit leichtem Gepäck. - Wenn man Flugreisen macht, kennt man das auch, dass man mit Handgepäck deutlich komfortabler unterwe...