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"... der Herr ist und lebendig macht" - 1700 Jahre Glaubensbekenntnis von Nizäa

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Liebe Brüder und Schwestern! An den vergangenen Sonntagen der Fastenzeit habe ich jeweils abwechselnd in Weistrach/Kürnberg und Ertl/St.Peter über einzelne Teile des Großen Glaubensbekenntnisses gesprochen, die auf das Konzil von Nizäa im Jahr 325, also vor 1700 Jahren zurückgehen. Heute in Ertl und St. Peter und am kommenden Sonntag in Weistrach und Kürnberg möchte ich jeweils über Glaubenssätze aus jenem Teil des Glaubensbekenntnisses sprechen, die nicht direkt aus dem Konzil von Nizäa stammen, sondern 56 Jahre jünger sind und auf dem Konzil von Konstantinopel 381 hinzugefügt wurden. Heute geht es um die knappe Beschreibung des Heiligen Geistes als den, "der Herr ist und lebendig macht". Im Jahr 325 hat das Glaubensbekenntnis von Nizäa aufgehört mit dem Satz: "Und (wir glauben) an den Heiligen Geist." Die große Frage, auf die das Konzil eine Antwort zu geben gehabt hat, ist eben die Frage nach der Gottheit Jesu Christi gewesen. Von Gott, dem Heiligen Geist, hat da...

"Für uns Menschen ..." - 1700 Jahre Glaubensbekenntnis von Nizäa

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Liebe Brüder und Schwestern! Ich möchte heute die Betrachtung des Großen Glaubensbekenntnisses, das wir in diesem Jubiläumsjahr Sonntag für Sonntag sprechen, fortsetzen. Nachdem ich vor zwei Wochen in Weistrach und Kürnberg über das "Wir glauben" und vergangene Woche in Ertl und St. Peter über "Gott von Gott, Licht vom Licht" gesprochen habe, komme ich heute zum langen zentralen Abschnitt über das Leben Jesu, der eingeleitet wird mit den Worten "Für uns Menschen und zu unserem Heil". "Für uns" - das erscheint als knappe Zusammenfassung des Lebens Jesu und ich möchte versuchen, in drei Schritten ein wenig auf die Bedeutung dieser Glaubensformel einzugehen: 1. Gott bleibt nicht "für sich" 2. Gott macht sich zum Geschenk 3. Das "Für uns" als Stellvertretung 1. Gott bleibt nicht "für sich" Die Wendung "Für uns" erscheint im Glaubensbekenntnis nach den Aussagen über das Wesen Jesu als "Gott von Gott", ...

"Gott von Gott, Licht vom Licht" - 1700 Jahre Glaubensbekenntnis von Nizäa

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Liebe Brüder und Schwestern! Seit ungefähr zwei Monaten sprechen wir in unserem Pfarrverband anlässlich des Jubiläumsjahres Sonntag für Sonntag das Große Glaubensbekenntnis. In der Fastenzeit habe ich mir nun vorgenommen, jeden Sonntag über einen Artikel dieses Bekenntnisses zu sprechen, das dieses Jahr 1700 Jahre alt wird. Heute geht es um die geradezu poetischen Aussagen über Jesus Christus: "Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott" - und in gewisser Weise geht es damit um den Kern jener Fragestellung, die das Konzil von Nizäa, das schließlich unser Glaubensbekenntnis formuliert hat, beschäftigt hat. Dieses Konzil ist im Jahr 325 nämlich genau zur Klärung der Frage einberufen worden, wer Jesus Christus ist. Zuvor hat sich der sogenannte Arianismus verbreitet gehabt. Arius, ein Priester in Alexandria, hat die Lehre begründet, dass Jesus Christus das erste aller Geschöpfe ist; dass Gott vor aller Zeit den Sohn erschaffen hat und nach seinem Bild, und vermi...

"Ich glaube - Wir glauben" - 1700 Jahre Glaubensbekenntnis von Nizäa

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Liebe Brüder und Schwestern! Seit ungefähr zwei Monaten sprechen wir in unserem Pfarrverband anlässlich des Jubiläumsjahres Sonntag für Sonntag das Große Glaubensbekenntnis. In der Fastenzeit habe ich mir nun vorgenommen, jeden Sonntag über einen Artikel dieses Bekenntnisses zu sprechen, das dieses Jahr 1700 Jahre alt wird. Aber zunächst einmal die Frage: Was heißt es überhaupt, dass wir unseren Glauben bekennen? Nun, etwas salopp könnten wir sagen: Wir stehen zu unserem Glauben. Wir "outen" uns als Menschen, die diesen Glauben teilen. - Doch was bedeutet es eigentlich, wenn wir da Woche für Woche sagen: "Wir glauben an den einen Gott"? Glaube - ein Wort, das wir in unserer alltäglichen Sprache verschieden verwenden: Ich glaube, dass morgen die Sonne scheinen wird; ich glaube, heute wird es etwas Gutes zu essen geben; ich glaube, ich habe jetzt verstanden, worauf mein Gesprächspartner hinausmöchte; ... - in all diesen Fällen können wir "glauben" auch durch...

3. Sonntag i. Jkr - Lj. C (Sonntag des Wortes Gottes)

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Liebe Brüder und Schwestern! Wenn Sie die Lesung aus dem Buch Nehemia hören, die heute als erste Lesung vorgesehen ist, dann kommt Ihnen da vielleicht etwas bekannt vor: Der Priester Esra steht auf einem erhöhten Platz und liest aus der hl. Schrift vor und gibt Erklärungen dazu. - Ich denke, Sie wissen, worauf ich anspiele, nämlich auf den ersten Teil der heiligen Messe, den sogenannten "Wortgottesdienst", oder wie es im Messbuch genauer heißt, die "Liturgie des Wortes Gottes". Der dritte Sonntag im Jahreskreis ist von Papst Franziskus vor einigen Jahren zum Sonntag des Wortes Gottes erklärt worden, sodass es sich anbietet, heute ein paar Worte zu diesem ersten Hauptteil unserer Messliturgie zu verlieren.  Nach den Eröffnungsriten beginnt ja der Wortgottesdienst mit der ersten Lesung, die an den Sonntagen, außer in der Osterzeit, in der Regel aus dem Alten Testament stammt, aus dem ersten Teil der hl. Schrift, der uns großteils mit gläubigen Juden gemeinsam ist. In ...

Taufe des Herrn - Lj. C (1700 Jahre Konzil von Nizäa)

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 Liebe Brüder und Schwestern! "Du bist mein geliebter Sohn", so bekennt sich der himmlische Vater zu Jesus im Moment seiner Taufe. Ja, Jesus ist der Sohn Gottes. Aber was das heißt, wie wir es wirklich zu verstehen haben, was es mit der Person Jesu auf sich hat, das bleibt ein großes Geheimnis unseres Glaubens. Zu allen Zeiten ist viel darüber nachgedacht worden. Besonders im vierten Jahrhundert, nachdem die Christen im Römischen Reich nicht mehr verfolgt worden sind und das Christentum sich zur Staatsreligion entwickelt hat, hat es verschiedene Auffassungen gegeben. In Alexandrien in Nordafrika, einer wichtigen Bischofsstadt der Antike, hat es einen Priester namens Arius gegeben, der behauptet hat, Jesus sei zwar ein ganz besonderer Mensch, aber trotzdem nicht mit Gott gleichzusetzen. Er sei das erste und erhabenste aller Geschöpfe, aber eben ein Geschöpf, Gott untergeordnet. Demgegenüber sind andere Gelehrte, Theologen, Priester, Bischöfe aufgestanden und haben sich zur Got...

31. Dezember 2024 - Dankandacht zum Jahresschluss

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Der Teufel erschien drei Priestern und sagte zu ihnen: "Wenn ich euch die Macht gäbe, irgendetwas in der Vergangenheit zu ändern, was würdet ihr wählen?" Der erste Priester, erfüllt von apostolischem Eifer, überlegte nicht lange und sagte zum Teufel: "Ich würde verhindern, dass du Adam und Eva zur Sünde verführst, damit die Menschheit sich nie von Gott trennen würde." Der zweite Priester, erfüllt von Barmherzigkeit, überlegte auch nicht lange und sagte zum Teufel: "Ich würde Dich davor bewahren, dich von Gott zu trennen und darum ewig verdammt zu werden." Der dritte Priester aber, ein sehr einfacher und demütiger Mann, gab dem Teufel keine Antwort. Stattdessen kniete er sich hin und betete: "Herr, mein Gott, bewahre mich vor der Versuchung des 'Was hätte sein können'." - Da schrie der Teufel laut auf und floh. Die anderen beiden waren überrascht und sagten zum dritten Priester: "Bruder, warum hast du so reagiert?" Der gab ihnen ...