14. Sonntag i. Jkr. - Lj. A.


Liebe Brüder und Schwestern!

Ist Ihnen in der Liturgie schon einmal das kleine Wort "Komm!" aufgefallen?

  • O Gott, komm mir zu Hilfe - so heißt es in der Stundenliturgie;
  • O komm, o komm, Emanuel - so singen wir im Advent;
  • Komm, Schöpfer Geist - rufen wir zu Pfingsten;
  • Dein Reich komme - beten wir im Vaterunser;
  • Amen, komm, Herr Jesus - mit diesen Worten, die wahrscheinlich aus der frühchristlichen Liturgie stammen, endet das Neue Testament.
Immer wieder sagen wir zu Gott: Komm! Komm zu uns! Steh du uns bei!

Heute haben wir im Evangelium gehört, wie Gott uns darauf antwortet. In Jesus sagt er: "Kommt alle zu mir!" - Es ist der gleiche Ruf, mit dem wir Gott um sein Kommen bitten, den er heute an uns richtet. Und eigentlich sind diese beiden rufe nur zwei Seiten derselben Wirklichkeit. Wir sagen zu Gott: Komm! Und Gott sagt zu uns: Kommt! - Wo sich diese beiden Bewegungen treffen, da entsteht Gemeinschaft mit Gott, dort realisiert sich unser Glaube als personales Geschehen.

Freilich, Jesus verspricht uns, wenn wir zu ihm kommen, kein Leben ohne Lasten. Er sagt nicht: Wenn ihr zu mir kommt, nehme ich euch alle Sorgen ab. Nein, Kranhkeit, Kon flikte, Verantwortung, Enttäuschung - das verschwindet nicht einfach. Aber verspricht uns etwas anders: Wer zu ihm kommt, wer mit ihm geht, der muss seine Lasten nicht mehr allein tragen. Was schwer ist, wird tragbar. Das Joch wird leicht - weil Er mitträgt.

Liebe Brüder und Schwestern!

"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken." - Gerade in diesen Tagen passt diese Einladung gut. Die Hitze der letzten Tage hat viele herausgefordert. Die Kinder haben sich auf den Beginn der Ferien gefreut. Viele sehnen sich nach Erholung. Manche fahren dazu weg, begeben sich auf Reisen. Andere bleiben dabeim. In Ertl wird heute das Dorffest gefeiert. Jesus sagt uns heute: Echte Erholung beginnt nicht erst am Urlaubsort, sondern sie beginnt dort, wo wir uns von Ihm ansprechen lassen, wo wir zu ihm kommen, wo wir ihm begegnen.

Seine Einladung gilt auch uns - hier und heute: Kommt zu mir! Nehmen wir diese Einladung an! Suchen wir in den kommenden Wochen bewusst die Gemeinschaft mit Ihm - im Gebet, im Lesen der hl. Schrift, in der Feier der Eucharistie, ja auch im einfachen stillen Dasein vor ihm - vielleicht sogar in einer angenehm kühlen Kirche. Denn wo wir zu Gott kommen und er zu uns kommt, dort finden wir das, wonach wir uns meisten sehnen. Und ich denke, diese Reise und dieses Ankommen bei ihm, das ist nicht nur die schönste Reise und beste Urlaubsdestination dieses Sommers, sondern die wichtigste Reise und das wichtigste Ziel unseres ganzen Lebens.

Zu den liturgischen Texten

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