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22. Sonntag i. Jkr. - Lj. B

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Liebe Brüder und Schwestern! Wenn ich verschiedene Auslegungen zum heutigen Sonntagsevangelium lese, habe ich manchmal das Gefühl, dass es sich die Autoren zu einfach machen. Pointiert könnte man die Argumentation, die da oft gebraucht wird, so zusammenfassen: Jesus kritisiert die jüdischen Speisevorschriften und wendet sich damit gegen Äußerlichkeiten in der Religion, während es ihm selbst nur auf das Innere des Menschen ankomme. Damit wäre dann auch der ganze liturgische Bereich, die Feier unserer Gottesdienste, als Äußerlichkeiten etwas Sekundäres, das sich nicht auf die ursprüngliche Botschaft und Intention Jesu zurückführen lasse. Überhaupt sei alle äußere religiöse Betätigung höchstens zweitrangig wenn nicht sogar im Generalverdacht stehend, eine falsche "Werkgerechtigkeit" darzustellen, der Jesus gerade entgegentreten wollte.

21. Sonntag i. Jkr. - Lj. B (Verabschiedung als Kaplan von Scheibbs)

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Liebe Brüder und Schwestern! Manchmal gibt es einschneidende Momente auf einem Lebensweg: der Wechsel von Schule, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz; oder in persönlicher Hinsicht: das Eingehen einer Beziehung, die Hochzeit, die Geburt von Kindern, der Hausbau oder Umzug in eine neue Wohnung, schwere Krankheiten, auch der Tod von Menschen, die einem nahestehen; im kirchlichen Kontext können wir an Erstkommunion und Firmung denken, an die kirchliche Trauung, für manche ist es der Eintritt in einen Orden, die Diakonen- oder Priesterweihe; oder es sind gesamtgesellschaftliche Ereignisse, die für einen selbst einen gewissen Einschnitt bedeuten: die Älteren unter uns werden vermutlich den zweiten Weltkrieg als ein solch einschneidendes Ereignis benennen, vielleicht auch 1955 den Staatsvertrag, möglicherweise den EU-Beitritt Österreichs, die Einführung des Euro, aber auch andere Dinge wie den Bau einer Umfahrungsstraße. Wir könnten die Liste, denke ich, beliebig lange fortsetzen und jeder kann a...

Vesper zum Patrozinium (Maria Magdalena) und Silbernen Priesterjubiläum von Pfarrer Anton Hofmarcher

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Hochwürdiger Jubliar, lieber Herr Pfarrer, liebe Brüder und Schwestern in Christus! Am Beginn des Epheserbriefes steht ein großartiger Hymnus, den wir vorhin auch teilweise gesungen haben. Wenn man diesen Hymnus aufmerksam liest - in seiner deutschen Übersetzung, und noch auffälliger im griechischen Original - dann wird man leicht feststellen, dass immer wieder die Wendung "in Christus" oder "in ihm" vorkommt:

14. Sonntag i. Jkr. - Lj. B (beim Primizkreuz am Primiztag; mit Nachprimiz)

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Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Wenn ich das heutige Evangelium auf den Tag genau fünf Jahre nach meiner Heimatprimiz höre, dann ist der erste Gedanke, der mir spontan kommt: So ist es bei mir nicht gewesen. Im Gegenteil, ich erinnere mich an schöne Tage nach meiner Priesterweihe hier in der Heimat: an die Weihe dieses Primizkreuzes durch Bischof Christian Werner, an die Primizmesse in der Pfarrkirche mit Mozarts Spatzenmesse, musiziert vom Kirchenchor und der Musikschule meiner damaligen Ausbildungspfarre Maria Anzbach (und auch meine beiden Maturakollegen, die heute für uns musizieren, haben im Orchester mitgewirkt), an viele nette Begegnungen nach der Messe oder auch am Abend bei der Dankvesper mit Einzelprimizsegen, schließlich an ein gut besuchtes Requiem auf dem Friedhof mit Gräbersegnung am Montag. Kurz gesagt: Wenn ich auf  Jesus blicke, der bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in seiner Heimatstadt Ablehnung erfährt, muss ich sagen: diese Erfahrung ist mir nach me...

Mo. d. 7. Wo. i. Jkr. - Lj. II (Pfingstmontag, 100 Jahre Alois Derfler)

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Liebe Ehrengäste anlässlich des Festaktes, liebe Brüder und Schwestern in Christus! Nachdem der Pfingstmontag liturgisch gesehen ein einfacher Wochentag ist, haben wir soeben die Schrifttexte von der Werktagsmesse in der 7. Woche im Jahreskreis gehört. - Und das heutige Tagesevangelium ist in gewisser Weise tatsächlich ein Werktags- oder Alltagsevangelium: Jesus kommt mit den drei Jüngern vom Berg herunter, wo er zuvor verklärt worden ist, wo sie ihn für ein paar Augenblicke in strahlendem Licht, ja in göttlicher Herrlichkeit gesehen haben. Aber dieser Augenblick ist eben nicht von Dauer. Sie müssen wieder vom Berg hinunter, müssen zurück in ihren Alltag.

Weißer Sonntag - Lj. B

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  Liebe Brüder und Schwestern! "Wer nicht hören will, muss fühlen!" Ich denke, jeder von uns hat diesen Spruch schon einmal gesagt oder von jemandem zu hören bekommen. Meist meinen wir damit, dass jemand trotz allen guten Zuredens, auf das er nicht reagieren möchte, es besser weiß und eine unangenehme Wahrheit auf die harte Tour wird lernen müssen. "Wer nicht hören will, muss fühlen!", diese Redewendung kündigt in aller Regel negative Konsequenzen an.

Ostersonntag - Am Tag

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Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! "Resurrexi et adhuc tecum sum, alleluia. / Posuisti super me manum tuam, alleluia. / Mirabilis facta est scientia tua, alleluia, alleluia." "Ich bin auferstanden und bin immer bei dir. Halleluja. / Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja. / Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja, halleluja." Dieser über 1000 Jahre alte Gesang, den ich heute zu Beginn der Messe vorgesungen habe, ist der "Introitus", der offizielle Einzugsgesang der Festmesse am Ostersonntag. Man hätte wohl für den Ostersonntag, für den höchsten christlichen Feiertag, den Freudentag über die Auferstehung Jesu ein imposanteres Eingangslied von der offiziellen Liturgie der Kirche erwarten können. Man hätte erwarten können, dass die Erde bebt und alles verstummt vor der Majestät des Auferstandenen (diese Anklänge finden sich heute im offiziellen gregorianischen Gesang zur Gabenbereitung "Terra tremuit"). Verglichen mit anderen g...